Categories
Deutsches Herzzentrum Herzzentrum Charité

DHZC-TAVI-E-21 Mit dem Rauchen aufhören

Rauchen ist eine ungesunde Angewohnheit, die Ihr Risiko für koronare Herzkrankheit, Herzerkrankung, Schlaganfall und Blutgerinnsel erheblich erhöht. Außerdem beeinträchtigt Rauchen auch die Fähigkeit Ihres Körpers, sich nach einem Eingriff zu erholen. Zigarettenrauch wirkt sich direkt auf den Heilungsprozess aus, da er die Wundheilungszeit verlängert, die Infektionswahrscheinlichkeit von Wunden erhöht und zu auffälligeren Narben führen kann.

Rauchen erhöht das Risiko für Schlaganfälle nach einem Eingriff. Dieses Risiko ist noch größer, wenn Sie bereits an Angina pectoris gelitten haben oder an einer Erkrankung wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck leiden. Auch wenn Sie erst um den Zeitraum Ihres Eingriffs herum für ein paar Wochen mit dem Rauchen aufhören, verbessern sich dadurch Ihre Chancen auf eine erfolgreiche Heilung.

 

Wann sollten Sie mit dem Rauchen aufhören?

Es ist stets am besten, das Rauchen so schnell wie möglich ganz aufzugeben. Wenn Sie es schaffen, in den 6 bis 8 Wochen vor Ihrem Eingriff nicht mehr zu rauchen, können Sie schon dadurch Ihre Lungen erheblich entlasten. Dadurch wird nicht nur das Risiko von Lungeninfektionen nach dem TAVI-Eingriff verringert, sondern auch die Weiterleitung von Sauerstoff in Ihr Blut verbessert, was eine schnellere Genesung Ihres Herzens und Ihrer Blutgefäße unterstützt.

In den 24 Stunden vor dem Eingriff sollten Sie das Rauchen möglichst vollständig einstellen. Am Tag des Eingriffs ist das Rauchen unbedingt zu vermeiden. Falls Sie dennoch ein starkes Verlangen nach Nikotin verspüren, stellen wir Ihnen bei Bedarf ein Nikotinpflaster zur Verfügung – sprechen Sie hierzu einfach Ihr Behandlungsteam an.

Hilfe und Informationen zu Selbsthilfegruppen und Nikotinersatztherapien erhalten Sie von Ihrer Hausärzt:in und vom Behandlungsteam, die Sie dabei unterstützen werden, das Rauchen aufzugeben.

 

Wie können Sie mit dem Rauchen aufhören?

Motivation und Zielsetzung sind entscheidend, wenn Sie eine Gewohnheit ändern möchten. Vielen Menschen hilft es, ein Datum für das Aufhören festzulegen. Tragen Sie es sich im Kalender ein. Vermerken Sie auch die genauen Gründe, warum Sie das Rauchen aufgeben möchten oder müssen. Zum Beispiel, um nach dem Eingriff so schnell wie möglich wieder in den Alltag zurückkehren zu können oder damit Sie während Ihrer Behandlung und auch in Zukunft gesund bleiben können. Sie können diese Informationen zu Ihrem Get Ready-Leitfaden hinzufügen, um beim Einloggen daran erinnert zu werden.

Erinnern Sie sich an diese Gründe, um sich zu motivieren, wenn es schwierig wird und ein Rückfall droht. Wenn es besonders schwierig wird, wenden Sie sich an vertraute Menschen, die Ihnen helfen und Sie motivieren können. Sagen Sie ihnen, wie Sie sich fühlen. Die Ablenkung durch das Gespräch und deren Unterstützung können Ihnen helfen, nicht rückfällig zu werden.

Sie sollten auch ein Auge auf Gewohnheiten, Orte oder sogar Personen haben, die bei Ihnen den Wunsch zu rauchen auslösen. Vermeiden oder minimieren Sie diese Auslösefaktoren nach Möglichkeit, während Sie versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören. Ersetzen Sie solche Gewohnheiten durch Dinge wie Spazierengehen, eine alternative Aktivität, Freund:innen treffen, Kreuzworträtsel lösen, lesen, … alles, was nichts mit Rauchen zu tun hat und Ihnen hilft, sich abzulenken!

Seien Sie realistisch bezüglich Ihres Fortschritts und versuchen Sie, trotz aller Rückschläge, eine positive Haltung zu bewahren. Setzen Sie sich kleine Meilensteine auf dem Weg zum Aufhören und belohnen Sie sich, wenn Sie diese Ziele erreicht haben. Wenn Sie beispielsweise einen ganzen Tag, dann eine ganze Woche und dann einen ganzen Monat lang nicht geraucht haben, gönnen Sie sich eine kleine Belohnung. So bleiben Sie auf dem richtigen Weg und motiviert.